2.ADAC GLP Bilster Berg Trophy – Avon GLPberg Cup 2019

20.08.2019

Am vergangenen Wochenende ging es für den GLPberg-Tross mal nicht auf eine Bergrennstrecke, sondern auf die Rundstrecke. Die Bilster Berg Trophy stand auf den Programm, nach 2017 war es die zweite Veranstaltung dieser Art im Bilster Berg Drive Resort. Die Strecke war noch in guter Erinnerung, sie ist flüssig, kurvig, hügelig und es macht einfach wahnsinnig Spaß, hier zu fahren. Insgesamt hatten 21 Fahrer in der GLPberg genannt, unterteilt in die Klassen Oldtimer (8 Teilnehmer), Youngtimer (5 Teilnehmer) und Gastfahrer (8 Teilnehmer). Da die von TANDLER Racing eingesetzte Alfa Romeo GTV 2.0 Stradale bereits 35 Jahre alt ist, trat Fahrer, Mechaniker und Teamchef in Personalunion, Jörg Pohlmann, in der Klasse Oldtimer an.

 

 

Herrschte bei Anreise am Freitag noch leichter Regen, so zeigte sich das Wetter am Trainingssamstag von seiner trockenen Seite. Zeit, um die Rundstreckenslicks aufzuziehen. Da die Trainingsläufe erst am Nachmittag stattfanden, bestand am Vormittag die Möglichkeit, an einem Slalom teilzunehmen – für Jörg eine Premiere. Aufgrund der Größe und des Gewichts des Alfas ist dieser eher nicht so gut für so etwas geeignet, trotzdem fuhr Jörg in der Gruppe der Slalom-Anfänger gute Zeiten – leider verhinderte ein Dreher eine bessere Platzierung. Immerhin gab es keine Stafpunkte für umgefahrene Pylonen oder ausgelassene Tore. Die GLPberg Wertung des Slaloms gewann Jutta Hall mit ihrem kleinen MG Midget – herzlichen Glückwunsch.

 

 

Nach diesem kleinen Exkurs wurde es dann auf der Rennstrecke ernst. Es standen zwei 30-minütige Trainingsläufe auf dem Programm. Genug Zeit also, um Brems- und Schaltpunkte festzulegen, um zum einen schnelle Zeiten, zum anderen aber, und das ist ja viel wichtiger in der GLP, gleichmäßige Zeiten zu fahren. Und dies ohne Verwendung von Zeitmessern. Dazu wurde nach den Zeiten der Trainingsläufe die Startreihenfolge für die Wertungsläufe am Sonntag festgelegt – die Schnellen sollten von vorne starten, die Langsameren von hinten. So sollte verhindert werden, dass sich die Fahrer bei der Setzzeitrunde. also der ersten Runde nach dem fliegenden Start, gegenseitig behindern. Wie sich zeigte, kam es dann aber etwas anders.

Aufgrund der strengen Lautstärkebestimmungen am Bilster Berg, wurden im ersten Trainingslauf zwei Fahrzeuge der GLPberg per schwarzer Flagge von der Strecke geholt. Zum einen traf es Lothar Löffler mit seinem schnellen, aber eben auch zu lautstarken Opel Kadett D, zum zweiten Heinz Berghoff mit seinem bärenstarken und feuerspuckenden BMW 2002 tii Touring. Während Lothar mangels Alternativen zusammenpackte und abreiste, konnte Heinz mit einem zusätzlichen Endschalldämpfer die Lautstärke soweit verringern, dass er die weiteren Läufe in Angriff neben konnte – und optisch war diese Konstruktion sowieso ein Hingucker.

 

 

Leider musste auch Klaus Twedell seine Ginetta G12 vorzeitig aufladen, da ihm ein übereifriger Gastfahrer mit seinem ebenfalls grünen Mini auf das Hinterrad gefahren ist und dabei den Querlenker an der Ginetta nachhaltig verbogen hat. Selbiger Mini fiel auch in der Folge durch weitere Harakiri-Aktionen eher schlecht auf – dies sollte man bei der Auswahl der Gastfahrer in der Zukunft berücksichtigen. Ebenso schien einem anderen Gastfahrer trotz Fahrerbesprechung die Bedeutung der gelben Flagge (absolutes Überholverbot) nicht bekannt zu sein, was zu gefährlichen Situationen führte.

 

 

Am Ende des Trainingtages konnte sich Jörg mit einer Zeit von 2:17.113 die 4.Startposition sichern, noch vor dem BMW 2002 tii Touring. Wobei anzumerken ist, dass dessen Fahrer Heinz aufgrund der ungewöhnlichen Auspuffposition bei gleichzeitig geöffneten Ausstellfenstern mit Abgas im Innenraum zu kämpfen hatte und das Training vorzeitig abbrechen musste. Unser Jörg war jedenfalls sehr zufrieden mit der Perfomance seiner GTV (und auch seiner eigenen). Ganz vorne standen der außer Konkurrenz startende Mercedes GT4 vor dem schnellen NSU TT von Rainer Oesterbeck und Stephan Lewitzki, der seine blaue Ginetta G20 zum ersten Mal nach langer Zeit wieder auf die Strecke gebracht hatte. Derweil versagte am Saab von Stephan Braun der Verteiler seinen Dienst und trotz Besorgung der entsprechenden Ersatzteile am Sonntagmorgen, musste die Heimreise leider mit dem ADAC angetreten werden. Auch Kevin Wolf hatte mit technischen Problemen zu kämpfen: Das Getriebe seines BMW 318is E36 verweigerte im Verlauf des Wochenendes zunehmend seine Mitarbeit, ließ sich nur noch schwer schalten und verlor in der Folge ganze Gänge. Trotzdem fuhr Kevin bis zum Schluss mit, im Regen sogar ziemlich zügig. Respekt! Der Sonntag konnte kommen…

 

 

…und begrüßte das Fahrelager mit Regen. Schon im nassen Warm-Up zeigte sich, dass sich mit den straßenzugelassenen Semi-Slicks keine vernünftige Haftung generieren ließ: Der Alfa rutschte herum, als wäre Eis auf der Strecke. Das Heck ließ sich nur schwer unter Kontrolle halten und das Fahren erforderte höchste Konzentration – trotz der kühlen Temperaturen war Jörg schon nach dem kurzen Warm-Up durchgeschwitzt – und war damit nicht allein.

 

 

Passend zum ersten Rennen setzte dann Starkregen ein, so dass der Start etwas verschoben werden musste. Als es denn endlich soweit war, ging der Start aufgrund der festgelegten Startreihenfolge vom Vortag problemlos über die Bühne und jeder konnte seinen persönlichen Rythmus fahren. Der Alfa rutschte weiterhin fröhlich, aber offensichtlich zumindest einigermaßen gleichmäßig über die Strecke. Beim zweiten Wertungslauf präsentierte sich die Strecke wieder etwas trockenener und auch die Semi-Slicks hatten mehr Kontakt zur Fahrbahn – es machte wieder sichtlich Spaß. Leider hat aber der Veranstalter die Startreihenfolge von „Schnelle vorn – Langsame hinten“ auf „Geringeste Abweichung 1.Lauf vorn“ geändert. Somit standen nun langsamere Fahrzeuge vorne und mussten von den schnelleren während der Setzzeitrunde, auf der dazu noch ein Überholverbot in den ersten Kurven herrschte, überholt werden. Das hat das Klassement dann doch kräftig durcheinander geschüttelt und sollte beim nächsten Mal unbedingt vermieden werden. Ebenso wäre es aus Sicht der Fairness sinnvoller, wenn nicht die Startrunde, sondern die zweite fliegende Runde für die Setzzeit herhalten würde. Trotz dieser kleinen Unstimmigkeiten machte das Fahren über das ganze Wochenende aber sehr viel Spaß.

 

 

Die Youngtimer-Wertung der GLPberg gewann Manfred Ruth (Peugeot 205 SX, 647.4 Strafpunkte) vor Volker Kröll (VW Polo 86C, 1210.7 SP) und dem Team Oliver und Udo von Fragstein (Ford Escort, 1851,9 SP), wobei Udo leider mit dem weißblauen Renner schon in der 2.Runde beim zweiten Wertungslauf unsanft in die Leitplanken rutschte und er danach aufgrund schiefstehender Achsen aufgeben musste. Warum er dennoch gewertet wurde, ist uns nach wie vor schleierhaft und bedarf noch interner Klärung.

 

 

Die TANDLER Alfa Romeo GTV fand sich am Ende mit 1144.8 Strafpunkten auf Platz 3 der Oldtimer-Wertung wieder, es gewann Richard Alan Hall (Lotus Seven S1, 913.2 SP) vor Stefan von Rhein-Morbe (Volvo 343 R-Sport, 1013,6 SP). Aufgrund der Strafpunkte müsste Jörg sogar einen tollen 4.Gesamtplatz erreicht haben (Gaststarter werden nicht gewertet). Wir gratulieren allen Platzierten, aber auch allen Teilnehmern, die es bis ins Ziel geschafft haben. Allen anderen drücken wir die Daumen, dass sie ihre Renner bis zum Abschlussrennen in Eichenbühl wieder einsatzbereit haben.

 

 

Bleibt noch zu sagen, dass die Strecke am Bilster Berg einfach eine tolle Strecke ist, die unglaublich Spaß macht. Dazu hat man den Vorteil, dass man eine Box mieten kann und somit auch bei Regen im Trockenen ist und Duschen und Toiletten zur Verfügung stehen. Wenn in Zukunft die kleineren organisatorischen Probleme gelöst werden können, dann kommen wir gerne wieder. In diesem Zusammenhang möchten wir uns im Namen unseres Fahrers, aber auch unseres gesamten Teams und aller anderen GLPler ganz herzlich bei Richard Alan Hall bedanken, der viel Arbeit mit der Organisation der GLPberg Saison hat und trotzdem immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Gerade die Durchführung eines Events wie der Bilster Berg Trophy ist unglaublich arbeitsintensiv und wir sind sehr froh, dass Richard sich dieser Sache annimmt. Wir sehen uns in Eichenbühl.